Änderungen 2019 – was Sie wissen müssen

Jedes Jahr treten neue, gesetzliche Änderungen in Kraft. Wenn Sie als Unternehmer nicht immer up-to-date sind, werden Sie im schlimmsten Fall das Nachsehen haben. Sei es der Mindestlohn, die neue Aufteilung der Krankenkassenbeiträge zwischen Arbeitgeber und –nehmer oder die Höhe von Förderungen – wir geben Ihnen einen Überblick über alle relevanten Neuerungen, die auf Sie zukommen.

Der Mindestlohn steigt

Alle zwei Jahre trifft sich die Mindestlohn-Kommission, um über eine Anhebung der gesetzlichen Lohnuntergrenze zu entscheiden. Diese betrug 2018 8,84 Euro pro Stunde und wurde zum 01. Januar 2019 um 42 Cent auf 9,91 Euro pro Stunde angehoben. Bisher war es so, dass tarifgebundene Verträge von dieser Regelung ausgenommen waren bzw. die Firmen eine längere Übergangsfrist hatten, um den Mindestlohn umzusetzen. 2019 ziehen nun auch die Maler-, Gebäudereiniger- und Dachdecker-Branche sowie das Baugewerbe nach. Mehr Informationen zum gesetzlichen Mindestlohn erhalten Sie hier.

Steuerliche Änderungen für Unternehmen

Jeder Arbeitnehmer in Deutschland ist dazu verpflichtet, vom Arbeitsentgelt sowohl Lohnnebenkosten als auch Steuern abzuführen. Die Bundesregierung beschloss nun Neuerungen, die sich positiv auf den Lohn bzw. das Gehalt der deutschen Arbeitnehmer auswirken sollen:

  • Krankenkassenbeiträge: Diese werden auch weiterhin 50/50 zwischen Arbeitgeber und – nehmer aufgeteilt. Neu ist indes, dass dies ab diesem Jahr auch auf den Zusatzbeitrag zutrifft. Die Belastung sinkt demnach um rund 0,5 Prozent.
  • Pflegeversicherung: Die Beiträge steigen um 0,5 Prozent. Sie als Arbeitgeber müssen daher rund 0,25 Prozent mehr bezahlen für Ihre Angestellten.
  • Arbeitslosenversicherung: Der Beitrag sinkt um 2,5 Prozent. Wichtig zu wissen ist, dass der Beitragssatz ab 2023 wieder um 2,6 Prozent erhöht wird.

Hinzu kommen Änderungen bezüglich der Betriebsrenten. Sofern Sie Ihren Mitarbeitern zum Beispiel eine betriebliche Altersvorsorge anbieten, die Beiträge vom Bruttolohn entrichtet werden und sie somit Sozialversicherungsbeiträge einsparen, müssen Sie zukünftig 15 Prozent des Ersparnisses zusätzlich an die Versicherung entrichtet. Dies gilt zunächst nur für Betriebsrenten, die nach dem 01. Januar 2019 abgeschlossen werden. Ab 2022 sind Sie jedoch auch zu Zuzahlungen für alle bestehenden Verträge verpflichtet. Im Idealfall lassen Sie alle Änderungen Ihre Buchhaltung umsetzen. Diese nutzen in der Regel ein Buchhaltungsprogramm (nähere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie hier) und müssen die Änderungen lediglich in das System einpflegen.

Brückenteilzeit-Gesetz

Mitarbeitern wird es nun erleichtert, aus einer freiwilligen Teilzeit zurück in ihren Vollzeitjob zu wechseln. Sofern einer aus Ihrem Team mindestens sechs Monate in Ihrer Firma beschäftigt ist, kann die Person die Arbeitszeit zwischen mindestens einem Jahr und maximal fünf Jahren reduzieren. Betroffen sind von diesem Rückkehrrecht jedoch nur Unternehmen, die mindestens 45 Angestellte beschäftigen. Sofern die Zahl der Arbeitnehmer zwischen 45 und 200 liegt, kann lediglich einer von 15 Mitarbeitern das Rückkehrrecht in Anspruch nehmen – zu mehr sind Sie als Arbeitgeber nicht verpflichtet.

Qualifizierungschancengesetz

Firmen erhalten mehr finanzielle Unterstützung ab 2019, um ihre Angestellten weiterzubilden. Das Gesetz soll vor allem kleinen Unternehmen zugutekommen und diese entlasten. Im Rahmen dessen können nun auch Beschäftigte das Bildungsangebot der Agentur für Arbeit in Anspruch nehmen.

Minijobs und Midijobs

Wenn Sie einen Minijobber anstellen, darf dieser maximal 450 Euro im Monat bzw. 5.400 Euro im Jahr verdienen. Das ist zunächst nichts Neues. Es gab bisher jedoch ebenfalls die Regelung bezüglich einer kurzfristigen Beschäftigung. Diese betrug im vergangenen Jahr drei Monate bzw. 70 Tage im Jahr. Diese Zeitgrenze wird 2019 verkürzt auf zwei Monate und 50 Arbeitstage pro Jahr.

Weiterhin gibt es Änderungen für Midijobber. Zunächst wird der Begriff Gleitzone in Übergangsbereich umgewandelt. Zudem erfolgt eine Ausweitung dieses Bereichs: 2018 betrug dieser 450,01 Euro bis 850 Euro. Midijobber können ab diesem Jahr bis zu 1.300 Euro verdienen. Achtung: Die Mitarbeiter erhalten dieselben Rentenansprüche als wenn sie normal einzahlen würden.

Erhöhung der LKW-Maut

Das Bundesfernstraßenmautgesetz legt fest, wie hoch die Maut für LKWs ausfällt. Der Betrag richtet sich in erster Linie nach den gefahrenen Kilometern. Er setzt sich einerseits aus den Infrastrukturkosten sowie der verursachten Luftverschmutzung zusammen. Seit Januar 2019 kommen die Kosten für die Lärmbelästigung hinzu. Mehr Informationen rund um die Maut finden Sie in diesem Artikel der Deutschen HandwerksZeitung.

Verpackungsgesetz

Sofern Sie in der Verpackungswirtschaft oder als Online-Händler tätig sind, müssen Sie sich ab 1. Januar 2019 an das neue Verpackungsgesetz halten. Mit diesem sollen Recycling-Quoten stark verbessert werden. Um dies umzusetzen, müssen Sie nun zu der Zentralen Stelle Verpackungsregister, um Verpackungen mit einer Registriernummer zu versehen – aber nur dann, wenn Sie die Materialien das erste Mal in Umlauf bringen wollen.

Umsatzsteuergesetz

Ab 2019 treten die neuen Gutscheinrichtlinien der EU in Kraft. Diese betreffen in erster Linie die Umsatzsteuer. Sofern Sie Ihren Mitarbeitern oder Geschäftskunden einen Einzweckgutschein schenken, sind Sie dazu verpflichtet, bereits Mehrwertsteuer zu entrichten, sobald Sie den Gutschein ausstellen. Handelt es sich hingegen um einen Mehrzweckgutschein, müssen Sie die Mehrwertsteuer erst entrichten, wenn er eingelöst wird.

Steuerfreie Zusatzleistungen

Sonderleistungen sind sowohl bei Arbeitnehmern als auch –gebern äußerst beliebt. Sie sorgen dafür, dass mehr Geld im Portemonnaie landet. Neu ist nun die Tatsache, dass Zuschüsse zur Gesundheitsförderung bis zu 500 Euro pro Jahr und Mitarbeiter betragen können. Diese Leistungen müssen Sie nicht mehr versteuern. Weiterhin besteht für Sie die Möglichkeit, Ihren Angestellten ein steuerfreies Jobticket zu finanzieren.

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